Thesen zu aktuellen technischen Problemen:

These 1: Schweiz bis 2034 atomstromfrei???

These 2: Elektro-Smog: Keine nachweisbare Gefährdung der Gesundheit

These 3: Die Schweiz braucht mehr Ingenieure!

These 4: Elektrische Energieübertragung: Freileitungen oder erdverlegte Kabel?

These 5: Zweite Röhre für den Gotthard-Strassentunnel ist sinnvoll

These 6: Geothermie - mittelfristig kein namhafter Beitrag zur elektrischen Energieversorgung der Schweiz!

In Vernehmlassung bei den Mitgliedern

Diese Thesen resultieren zumeist aus TGZ-Vorträgen zu aktuellen, in der Oeffentlichkeit kontrovers diskutierten technischen Problemen sowie zu Ausbildungsfragen im Bereich der Technik und Informatik. Die darin geäusserten Ansichten stützen sich auf das angesammelte Expertenwissen der TGZ-Mitglieder und werden von ihrer Mehrheit getragen bzw. nicht widersprochen. Die Thesen zeichnen sich deshalb durch ein hohes Mass an Objektivität aus.

Mobilität von morgen

Vortrag von Prof. Dr. Lino Guzzella, ETH Zürich, am 19.09.2011

Die individuelle Mobilität bringt jeder Gesellschaft grosse Vorteile, anders wäre die in den letzten hundert Jahren beobachtete rasante Entwicklung des Automobilbestandes schlicht nicht zu erklären. In allen Weltgegenden besteht ein klarer Zusammenhang zwischen Wirtschaftskraft und Automobildichte, welche erst über 0,5 Fahrzeugen pro Person eine Sättigung erreicht. Schwellenländer, in denen heute etwa drei Milliarden Menschen leben, haben wirtschaftliche Wachstumsraten, welche sie in absehbarer Zeit auf ein ähnliches ökonomisches Niveau wie die OECD-Staaten bringen. Es ist deshalb zu erwarten, dass in den nächsten Jahren global betrachtet, ausgehend von den heute ca. 1 Mia. Autos, ein enormer Zuwachs an Automobilen zu verzeichnen sein wird. Diese Entwicklung kann zu ökologischen und ökonomischen Verwerfungen führen. Als mögliche negative Folgen sind giftige Abgase, Unfälle, Lärmbelastung, Landverbrauch, Treibhauseffekt bzw. CO2-Ausstoß und Verbrauch endlicher (fossiler) Energiereserven zu nennen.

Dieser Vortrag wird die Frage zu beantworten suchen, welche dieser Elemente prioritär anzugehen sind und welche Probleme als in absehbarer Zukunft als gelöst betrachtet werden können. Die physikalischen, technischen aber auch die ökonomischen Randbedingungen spielen dabei eine zentrale Rolle. Bei allen Überlegungen wird versucht eine ganzheitliche Optik zu verwenden, das heisst die ganze Energiewandlungskette wird betrachtet: von der Primärenergie, über die Herstellung der Treibstoffe, die Umwandlung in mechanische Energie, den Fahrzeugparametern bis hin zur gefahrenen Distanz in einem zu definierenden Zyklus.

Dem Motto „Sparsame Automobile sind unsere besten Ölquellen“ folgend soll dabei das Schwergewicht auf die technischen Optionen zur Reduktion des Treibstoffverbrauchs gelegt werden. Neben den eher mittelfristigen Optionen werden auch langfristigere Ansätze diskutiert. Alternative Treibstoffe bzw. neue Primärenergiequellen sind ein wichtiges Thema. Ganz neue Ideen für die Konstruktion von Automobilen und die Rolle der Informationstechnologien in zukünftigen System wird speziell beleuchtet.

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