Thesen zu aktuellen technischen Problemen:

These 1: Schweiz bis 2034 atomstromfrei???

These 2: Elektro-Smog: Keine nachweisbare Gefährdung der Gesundheit

These 3: Die Schweiz braucht mehr Ingenieure!

These 4: Elektrische Energieübertragung: Freileitungen oder erdverlegte Kabel?

These 5: Zweite Röhre für den Gotthard-Strassentunnel ist sinnvoll

These 6: Geothermie - mittelfristig kein namhafter Beitrag zur elektrischen Energieversorgung der Schweiz!

In Vernehmlassung bei den Mitgliedern

Diese Thesen resultieren aus dem angesammelten Expertenwissen der Mitglieder der TGZ und werden von ihrer Mehrheit getragen. Sie beleuchten ausschliesslich die sachlich-technischen Aspekte der angesprochenen Problemkreise.

2. Röhre für den Gotthard-Strassentunnel macht Sinn


Vortrag von Dipl.Bauing. Jürgen Meyer, Basler & Hofmann Ingenieure, Zürich, am 30. Nov. 2009

Von allem Anfang an ist dieses 17 km lange Schlüsselobjekt der Autobahn A2 Basel – Chiasso als Nationalstrasse 2. Klasse mit 2 x 2 Fahrstreifen in zwei getrennten Tunnelröhren geplant und projektiert worden, entsprechend dem selben Standard für die Zubringerstrecken Amsteg – Göschenen und Biasca – Airolo. Das Bauprojekt inklusive mittig angeordnetem Flucht-/Rettungsstollen ist vom Bund bereits 1965 genehmigt worden.

Vor allem finanzielle Gründe haben dazu geführt, dass anschliessend die Ausführung etappiert worden ist. 1980 ist die Weströhre für den Zweirichtungsverkehr in Betrieb genommen worden. Gleichzeitig sind der Flucht-/Rettungsstollen sowie die für den zweiröhrigen Tunnel dimensionierten Lüftungsbauwerke und Portalzonen Nord und Süd fertig erstellt worden. Der ursprünglich vorgesehene rasche Weiterbau an der 2. östlichen Tunnelröhre wurde zurückgestellt.

Inzwischen haben sich in vielerlei Hinsicht die Rahmenbedingungen und die Anforderungen verändert. Insbesondere seit der Annahme der Alpeninitiative im Jahr 1988, später der FinÖV für die NEAT und der intensivierten Kontroversen zum Thema Klimaveränderung wird der Bau der 2. Röhre von strassenverkehrskritischen politischen Kräften vehement abgelehnt.

Im Jahr 2020 wird die 1. Röhre bereits 40 Betriebsjahre aufweisen und es zeichnet sich die Notwendigkeit einer umfassenden baulichen Sanierung ab. Ob dieses Vorhaben ohne eine Totalsperrung realisiert werden kann, ist zur Zeit Gegenstand umfangreicher Abklärungen.

Vor dem Hintergrund der Aspekte Verkehrssicherheit (Tunnel und Zulaufstrecken), Verkehrskapazität (Zusammenwirken Bahn und Strasse), Funktionalität des schweizerischen Nationalstrassennetzes, Entwicklung der Umweltbelastungen im Verkehrsbereich, regionalpolitische und regionalwirtschaftliche Auswirkungen wird dargelegt, dass die Bereitstellung der 2. Röhre nicht einfach nur Nachteile, sondern in vielerlei Hinsicht deutliche Vorteile erwarten lässt. Es braucht eine langfristige sachbezogene Informationsarbeit, um die aktuell bestehenden ideologischen Barrieren zu überwinden.

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