Thesen zu aktuellen technischen Problemen:

These 1: Schweiz bis 2034 atomstromfrei???

These 2: Elektro-Smog: Keine nachweisbare Gefährdung der Gesundheit

These 3: Die Schweiz braucht mehr Ingenieure!

These 4: Elektrische Energieübertragung: Freileitungen oder erdverlegte Kabel?

These 5: Zweite Röhre für den Gotthard-Strassentunnel ist sinnvoll

These 6: Geothermie - mittelfristig kein namhafter Beitrag zur elektrischen Energieversorgung der Schweiz!

In Vernehmlassung bei den Mitgliedern

Diese Thesen resultieren aus dem angesammelten Expertenwissen der Mitglieder der TGZ und werden von ihrer Mehrheit getragen. Sie beleuchten ausschliesslich die sachlich-technischen Aspekte der angesprochenen Problemkreise.

ein notwendiger Beitrag zu einer nachhaltigen Energieversorgung

Die Nutzung der Kernenergie ist wegen dem hohen Energiegehalt des Brennstoffs im Vergleich zu allen anderen Energieumwandlungstechnologien mit extrem kleinen Stoffströmen verbunden. Die hohe spezifische Wertschöpfung macht es möglich, alle dabei auftretenden umwelt- und gesundheitsschädlichen Stoffe sicher von der Ökosphäre auszuschliessen, ohne in absehbarer Zeit an die Grenzen der Wirtschaftlichkeit zu stossen, obwohl die einzelnen technologischen Lösungen auf den ersten Blick sehr aufwendig und kostspielig erscheinen.

Der Vortrag beleuchtet, was die heutige Reaktortechnik in dieser Hinsicht leisten kann und welche neuen Technologien in Zukunft an Bedeutung gewinnen dürften. Weitgehend unbekannt ist, dass durch die umfangreichen Nachrüstmassnahmen der vergangenen Jahrzehnte bereits bei den laufenden Kernkraftwerken selbst die Auswirkungen von Störfällen mit Kernzerstörungen durch geeignete Operatoreingriffe (Massnahmen des anlageninternen Notfallschutzes) beherrscht werden können. Heute in Bau befindliche Kernkraftwerke der 3. Generation verfügen über neuartige aktive und passive Sicherheitssysteme, bei denen dies ohne Operatoreingriff gelingt, was die Evakuierung der Bevölkerung auch im Extremfall überflüssig machen würde. Neue Reaktorkonzepte sind in Entwicklung, um die Ausnutzung des Kernbrennstoffes zu verbessern, die Menge bzw. die Lebensdauer des radioaktiven Abfalls zu reduzieren und Prozesswärme zur Herstellung synthetischer Treibstoffe zu erzeugen.

Die Frage nach der Rolle der Kernkraft in der Zukunft schliesst die Herkunft und Verfügbarkeit von Kernbrennstoff und die sichere Entsorgung der radioaktiven Abfälle ein. Im Vortrag werden mögliche Quellen für eine langfristige Urangewinnung aufgezeigt. Alternativ können in zukünftigen Reaktoren grosse, bisher nicht nutzbare Brennstoffvorkommen in Spaltstoff umgewandelt werden, wodurch sich die Reichweite der Vorkommen weiter vergrössert. Schliesslich werden die Grundprinzipien der Entsorgung von nuklearem Abfall diskutiert und anhand von Vergleichen und natürlichen Analogien veranschaulicht.

Prof. Dr. H.-M. Prasser
ETH Zürich

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